Stromabnehmer 




Stromabnehmer DBS 54


 

Den Kontakt zwischen dem Fahrdraht und den elektrischen Ausrüstungsgegenständen der Lok stellt der Stromabnehmer her.Die Serienloks der Baureihe 110 erhielten einen neuen Stromabnehmer, mit der Bezeichnung DBS 54 ( Soll heißen Doppelschleifstück-Bahn-Stromabnehmer Entwicklungsjahr 1954).Der 275 kg schwere DBS 54, war dank der Verwendung von Leichtmetall 100 kg leichter als sein Vorgängermodell (SBS 39) und besteht aus einem Grundrahmen, der mit Hilfe von vier Isolatoren am Lokomotivdach befestigt ist. Auf der linken und rechten Seite des Grundrahmens sitzt je eine Schere. Wälzlager, mit Kupferdrähten überbrückt, sorgen für die zur Höhenregulierung nötige Beweglichkeit.Auf den Scheren sitzt eine federnd gelagerte Wippe mit zwei Schleifstücken. Dank der Wippe können Unebenheiten bei der Fahrdrahtaufhängung sowie Bewegungen des Lokkastens aufgefangen werden, so daß immer ein guter Kontakt gewährleistet ist. Mit diesem Stromabnehmer ist daher ein Betrieb mit einem Stromabnehmer bis 160 km/h möglich. Zum Heben und Senken besitzt er Federn. Beim Anheben wird die Senkfeder von einem per Druckluft bewegten Kolben zusammengedrückt, so daß nur die Hubfeder wirkt. Beim Senken entweicht die Druckluft des Antriebskolbens, wodurch die Senkfeder den Stromabnehmer herunterzieht, denn ihre Federkraft ist größer als die der Hubfeder. Für die Schleifstücke benutzt man Hartkohle. Im Normalbetrieb wird jeweils der hintere Stromabnehmer der Lok benutzt. Der vordere Stromabnehmer wird dann eingesetzt, wenn hinter der Lok Wagen laufen, die durch Funkenflug gefährdet sind (z.B. Tankwagen mit Benzin. Gas u.a.) oder solche, die Güter befördern, die möglichst wenig verschmutzt werden sollen (z.B. Autotransportwagen). Bei Doppeltraktion dürfen nur die jeweils äußeren Stromabnehmer benutzt werden, um den Druck auf die Fahrleitung besser zu verteilen, immerhin wird jeder Stromabnehmer mit rund 70 kN angepreßt.Bei Schnellfahrversuchen mit den Loks E 10 299 und 300 in den Jahren 1963 und 1964 wurden verschiedene Stromabnehmertypen im Geschwindigkeitsbereich bis 200 km/h getestet. Dabei schnitten der Scherenstromabnehmer DBS 54, ausgerüstet mit einer Wanisch-Wippe WB 15, sowie der Einholmstromabnehmer SBS 65 am besten ab.Die E 03-Vorserienloks wurden je zur Hälfte mit diesen Stromabnehmern ausgerüstet. Um Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h mit zwei Loks der Baureihe 112 befördern zu können, beschloß man 1968, auch die in Bau befindlichen Loks 112 485 bis 504 mit dem DBS 54 und Wanisch-Wippe WB 15 auszurüsten. Der DBS 54 in Normalausführung war für Vorspannfahrten mit dieser Geschwindigkeit nicht geeignet. Der Einholmstromabnehmer hätte einen anderen Senkantrieb erfordert. Anders als bei den Versuchsfahrten bewährte sich die Wippe WB 15 im Alltag bei Fahrten im Hochgeschwindigkeitsbereich nicht. Nach zahlreichen Betriebsstörungen wurden die mit den Wippen WB 15 ausgerüsteten Stromabnehmern von den Schnellfahrloks abgebaut und auf Loks der Baureihe 140 und 141 "abgefahren".Auf den Loks 112 485 und 486 wurden daraufhin im Jahre 1969 zwei neue Wippen für den Stromabnehmer DBS 54 getestet, wobei die von der Firma ETK gefertigte Wippe mit der Bezeichnung B 12 bessere Ergebnisse lieferte als die von der Firma Siemens gelieferte Wippe. Die Loks 112 485 bis 504 sowie die ersten Serienloks der Baureihe 103 erhielten daraufhin diese Wippe B 12, die auf Stromabnehmer vom Typ DBS 54 montiert war, welche eine zusätzliche Oberscherendämpfung erhalten hatten.Doch auch diese Wippen bewährten sich im Dauerbetrieb nicht.Nachdem sie zahlreiche Oberleitungsschäden verursacht hatten, mußten sie - wie ihre Vorgängerinnen - von den Loks der Baureihen 103 und 112 weichen und beendeten auf Loks der Baureihen 140 und 141 ihr Dasein.Die Loks der Baureihe 112 liefen von nun an mit dem DBS 54 in Normalausführung ,sieht man von einer weiteren Versuchswippe im Jahre 1974 ab, die auf zwei 112ern getestet wurde. 


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Die 110 321 war Versuchsweise  mit einem Einholm  Versuchsstromabnehmer ausgerüstet.

©Kai Pagels  


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