Fahrmotoren




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rs als beim Antrieb konnte man beim Motor nicht auf ein Exemplar der Vorserienloks zurückgreifen. Die erhöhten Leistungsanforderungen, die durch die Heraufsetzung der Höchstgeschwindigkeit von 130 auf 150 km/h auftraten, konnte keiner der in den Vorserienloks eingesetzten Motoren erbringen. Doch war es möglich, den SSW-Motor WB 358/21 der E 10 003, der als einziger nur 12-polig ausgeführt war, durch die Heraufsetzung der Polzahl auf 14 und Anhebung der höchsten Motorspannung von 516 auf ? '0 V auf die gewünschte Leistung zu bringen. So entstand der neue Motor WB 372/22. Auch mit der Wahl dieses Motors hatte man eine gute Auswahl getroffen. Er bewährte sich so gut, daß er in leicht veränderter Form (bessere Isolierung) auch in zwei Einheits-Ellokbaureihen der zweiten Generation, 111 und 151, weiterverwendet wird. Der Motor hat eine Nennleistung von 925 kW, die bei einer Motorspannung von 487,2 V und einem Motorstrom von 2080 A erreicht wird. Das Getriebe-Übersetzungsverhältnis
 beträgt l : 2,111.
Von der Sekundärspule des Trafos gelangt der Strom über die Motorsammelschiene zu den Fahrmotoren. Allerdings sind vor jeden Motor ein Motorüberstromrelais und ein Motortrennschütz gesetzt. Das Relais hat die Aufgabe, den Motor vor zu hohen Strömen sowie bei Kurzschlüssen zu schützen. In beiden Fällen schaltet es mit Hilfe des nachfolgenden Trennschützes den Motorstrom ab. Das Trennschütz kann aber auch elektro-pneumatisch vom Führerstand aus geschaltet werden. So kann zum Beispiel ein defekter Fahrmotor abgeschaltet werden. Auch müssen alle Fahrmotoren beim Leerlauf der Lok elektrisch voneinander getrennt werden, damit ein Restmagnetismus nicht zur Selbsterregung führt. In den Einheitsloks findet man Einphasen-Wechselstrom-Reihenschluß-Kommutatormotoren. Sie bestehen in erster Linie aus dem Ständer,
 dem Läufer und dem Kommutator.
Als Ständer dient ein zylindrisches Stahlgussgehäuse, in dessen Inneren vierzehn Blechpaketen nebeneinander liegen. Diese sind von Erregerwicklungen umgeben, die das Magnetfeld erzeugen, in dem sich der Läufer dreht. Die Erregerwicklungen sind dabei so geschaltet, dass immer Nord- und Südpole aufeinander folgen. Will man die Drehrichtung des Motors ändern, so muss die Stromrichtung in den Erregerwicklungen gewechselt werden, wodurch sich automatisch die Polung der umwickelten Blechpakete ändert. Dies geschieht auf dem Führerstand mit Hilfe des Richtungswenders. Der Läufer (auch Anker genannt) besteht aus einer Welle, auf der das Läufereisen sitzt, das mit den Läuferwicklungen umwickelt ist. Die Läuferwicklungen sind über Kupferverbindungsstücke mit den Lamellen des Kommutators verbunden. Den Lamellen wird über Kohlebürsten der Motorstrom zugeführt. Da sich die Motoren im Betrieb stark erwärmen, werden sie durch Luft,  von den Lüftern gekühlt. Vom Motor gelangt der Strom über die Räder in die Schiene.


 



©Kai Pagels

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